Hunde verstehen – eine wundervolle Begegnung

Gerne möchte ich euch heute von einer wunderbaren Begegnung erzählen. Dazu muss ich ein bisschen zurückspulen.


In meinem Heimatdorf lebt die Bäuerin Gabi, welche ich insgeheim die Tierflüsterin von Dürstelen nenne (auch wenn sie sich selbst nie so bezeichnen würde). Ihre selbstverständliche und natürliche Art mit Hunden umzugehen beeindruckt und inspiriert mich. Und sie hat immer einen guten Rat, wenn man ihn braucht.

 

Vor kurzer Zeit hat sie mir erzählt, dass es im Tösstal eine Frau gibt, die Hunde-Menschen-Coaching anbietet und dass sie diese aufsuchen wird um mal zu hören, welche Hundetypen sie begleiten. "Hundetypen?" dachte ich, "wovon spricht sie da? Ich kenne nur Hunderassen. Aber Hundetypen?". Fasziniert von ihren Erzählungen habe auch ich kurze Zeit später einen Termin vereinbart.

 

Mit etwas mulmigen Gefühl bin ich zum vereinbarten Treffpunkt gefahren. "Was mich wohl erwartet? Was wenn sie mir sagt, dass ich seit 13 Jahren alles komplett falsch mache? Was wenn ich ganz anderer Meinung bin? Soll ich das wirklich machen? Funktioniert das überhaupt bei einem Hund von 13 Jahren noch? Muss das wirklich noch sein?"

 

Zugegeben, ich musste schon etwas über meinen Schatten springen und mein Beschützer-bedürftiges-Ego in den Hintergrund stellen. Aber dann wurde ich Teil einer der schönsten Begegnungen überhaupt. Eine Begegnung zwischen Mensch und Hund, die mich bis ins Innerste berührt hat. Und wenn ich dachte, schon alles über meine Hündin zu wissen und sie in ihrem Wesen zu verstehen, dann wurde ich in diesem Moment auf eine wundervolle Weise eines Besseren belehrt.

 

So erfuhr ich, welche Position sie in einem Rudel einnehmen würde, welche Aufgaben sie da hätte. Welche Stärken sie für diese Aufgaben benötigt und in sich trägt und warum sie in gewissen Situationen reagiert, wie sie es eben tut. Dieses Verständnis war so Aufschlussreich. Auf einmal klärten sich viele meiner Fragen.

 

Ich gebe euch ein Beispiel: Meine Hündin bleibt immer mal wieder wie vom Donner gerührt stehen und geht keinen Schritt weiter. Da kannst du auspacken was du willst… zureden, motivieren, bitten… sie bleibt stehen.

 

Meine Unsicherheit dabei war, dass ich nicht wusste, warum sie das tut und wie ich reagieren soll. Manche Trainer sagten, zieh sie einfach weiter, sie kommt dann schon. Andere sagten, lass ihr das auf keinen Fall durchgehen. Du bestimmst was dein Hund zu tun hat und nicht sie. Aber mein Herz sagte, ich will sie nicht zwingen. Und so steckte ich immer in einer Zwickmühle. Denn ich hatte gelernt, ihr Zeit zu geben hiesse meine Führungskraft abzugeben. Sie einfach weiter zu ziehen hiesse jedoch, meine Macht zu demonstrieren. Und das geht so ganz gegen meinen Erziehungsstyl.

 

Nach dem Treffen im Hunde-Mensch-Coaching weiss ich nun, dass meine Hündin eine hintere Leithündin und ihre Stärke die ist, das Rudel nach hinten abzusichern. Für alles was von Vorne kommt, ist sie nicht "ausgebildet", dafür gibt es in einem Rudel vordere Leithunde, Wächter und Kundschafter, die das mit Leib und Seele tun. Und ohne diese vorderen Hunde wird sie in gewissen Situationen unsicher, braucht erstmal Zeit, die Lage richtig einzuschätzen. Wenn ich sie dann einfach weiterziehe, setzte ich sie der Situation schutzlos aus. "Sie läuft dann blind" sagte mir Antonia und das war so einleuchtend für mich.

 

Aber nicht nur das habe ich bei diesem Treffen gelernt. Ich habe auch Tipps bekommen, wie ich ihr in solchen Situationen helfen kann. Welche Position des Rudels ich in welcher Situation einnehmen kann. Und wisst ihr was? Es macht so viel Spass das auszuprobieren!

 

Vielleicht fragt ihr euch, warum das eine meiner schönsten und intensivsten Begegnungen gewesen sein soll. Die Antwort ist ganz einfach:  

  • Weil es mich noch näher zu meiner Hündin gebracht hat.
  • Weil ich jedes Mal vor Glück platzen könnte, wenn sie sich tiefenentspannt ausstreckt, egal wo wir gerade sind und mir ihr vollstes Vertrauen entgegenbringt.
  • Weil es mich berührt, wenn ich spüre, dass wir als Team arbeiten und ein Spaziergang für beide eine grosse Bereicherung ist.
  • Weil es einfach wundervoll ist, wenn du merkst, das dein Hund dankbar und erleichtert ist, dass du ihn endlich verstehst.
  • Weil es nichts Besseres für mich gibt als zu wissen, dass es meinem Zauberwesen rundum gut geht.

Ich könnte noch hunderte von Weils anfügen…

 

Und so wünsche ich euch von Herzen, dass auch ihr einmal eine solch wundervolle Begegnung mit eurer Fellnase erleben dürft.

 

Falls ihr nicht mehr länger darauf warten wollt: www.hunde-menschen-coaching.ch – Antonia macht's möglich. Und wenn ihr mal einen guten Rat oder einen tollen Platz für eure Fellnase benötigt, dann meldet euch bei Gabi, https://puntos-bauernhof.jimdosite.com/.

 

Ich kann euch beide Frauen von Herzen empfehlen.

 

Herz-beglückende-Begegnungs-Grüsse

Sabi